Art déco, aber bitte zeitgemäß
Art déco ist so eine Sache. Schnell rutscht man in Goldrahmen, Gatsby-Kitsch und überambitionierte Nostalgie. Pilarmacht das anders. Die Schrift nimmt sich die formale Strenge und Geometrie des europäischen Art déco, lässt aber alles Überflüssige weg.
Entstanden ist Pilar ursprünglich 2012 für die Headlines des Magazins Bol’shoy Gorod (Big City). Kein Zufall. Redaktionelle Umgebungen sind gnadenlos ehrlich. Entweder eine Schrift trägt Inhalte – oder sie fällt durch. Pilar hat bestanden und wurde weiterentwickelt.
Das Ergebnis ist eine geometrische Grotesk, die stabil wirkt, aber nicht starr. Klar konstruiert, aber nicht kalt. Ideal für Marken, die Haltung, Intellekt und Ästhetik verbinden wollen. Besonders im Branding, in Editorial Designs oder auf Websites, die mehr sagen wollen als „wir sind auch da“.
Für nachhaltige und werteorientierte Brands ist das spannend. Pilar schreit nicht. Sie steht. Und das ist oft die lautere Aussage.
Vier stilistische Sätze – ein System, viele Stimmen
Jetzt wird’s typografisch nerdig. Und gut so.
Pilar verfügt über vier stilistische Sätze, jeweils mit eigenen alphanumerischen Glyphen. Bedeutet: Jeder Buchstabe existiert in mehreren Varianten. Das sind keine Spielereien, sondern echte Design-Optionen.
Die vier Sets heißen:
-
Regulär offen
-
Breit geschlossen
-
Schmal
-
Wild
Der Clou: Du kannst innerhalb eines Wortes oder Satzes variieren, ohne das visuelle System zu sprengen. Headlines bekommen Dynamik. Logos wirken maßgeschneidert. Kampagnen bleiben konsistent, aber nicht monoton.
Gerade im Markendesign ist das Gold wert. Eine Schrift, die sich anpasst, ohne ihre Identität zu verlieren, spart Zeit, Diskussionen – und am Ende auch Ressourcen. Nachhaltigkeit beginnt manchmal einfach bei guten Entscheidungen.
Für uns als Branding-Agentur heißt das: weniger Kompromisse zwischen Ästhetik und Funktion. Mehr Spielraum für echte Konzepte.
Wer steckt dahinter?
Hinter Pilar steht CSTM Fonts, gegründet 2014 von Ilya Ruderman und Yury Ostromentsky. Beide kommen nicht aus der „wir machen auch Fonts“-Ecke, sondern aus tiefer typografischer Praxis.
Beide haben an der Moskauer Staatlichen Universität für Print Grafikdesign studiert. Ilya Ruderman absolvierte später den renommierten Master Type & Media an der Royal Academy of Art in Den Haag. Er war Tutor, Art Director, Typedesigner für internationale Foundries und hat unter anderem an Neutraface, Graphik und Lava mitgearbeitet.
Yury Ostromentsky war lange Art Director des BigCity Magazine. Pilar basiert auf seiner persönlichen Schrift, die dort im Einsatz war. Also: echte Anwendung, echte Anforderungen, echtes Feedback.
Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem bei Granshan, Modern Cyrillic und dem European Design Award. Kurz gesagt: Das hier ist keine Trend-Schrift. Das ist Substanz.
Warum wir Pilar lieben
Weil Pilar Haltung zeigt, ohne laut zu sein.
Weil sie komplexe Markenauftritte unterstützt, statt sie zu dominieren.
Und weil sie beweist, dass gute Typografie nicht erklärt werden muss – sie funktioniert einfach.
Für nachhaltige, ethische und vegane Businesses ist Pilar besonders spannend. Sie wirkt reflektiert, erwachsen und klar. Keine Effekthascherei. Keine Öko-Klischees. Sondern Gestaltung mit Anspruch.
Genau unser Ding.






